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USA Osten
 

Die Quintessenz und ein paar Tips

Grundsätzlich planen wir solche Rundreisen nie im Voraus mit festen Übernachtungen. Es besteht die Möglichkeit auch direkt Mietwagenreisen zu buchen, wobei man dann immer an einen festen Zeitplan gebunden ist und z.T. auch ordentliche Strecken jeden Tag zurücklegen muss. Und genau da liegt bei aller Bequemlichkeit das Problem: Wenn man merkt, für eine Stadt braucht man mal n Tag länger, oder auf dem Weg liegt irgendwo was Interessantes in der Nähe kann man aus dieser Zeitschiene einfach nicht raus. Zum Beispiel hatten wir für Boston nur einen Tag eingeplant und haben dann halt zwei daraus gemacht, weil die Möglichkeit eben bestand.
Wir sind in den 13 Tagen ~2.200 Meilen (ca. 3.540km) gefahren und es war eigentlich eine entspannte Tour wo wir nur 3 Tage mal ordentlich Kilometer gefahren sind. Der Rest war eher so mal gemütlich um die 100 Meilen. Waren ja auch nicht zum Autofahren nach Amerika geflogen. ^^

Und der Amerikaner liebt Gutscheine für Rabatte fast noch mehr als sein Vaterland. Es gibt die Dinger z.T. direkt dort, wo man damit sparen kann, man muss nur schauen bzw. fragen. Auch haben die Geschäfte oft Aktionen - Beispiel Levi´s: heute die eine Farbe von dem Model nicht für 40$ sondern für 30$ oder Reebook: 2 paar Schuhe kaufen, das zweite zum halben Preis. Das steht auch irgendwo, aber meist nicht so groß und grell, wie wir das hier gewohnt sind, sondern irgendwo (wenn überhaupt) im Schaufenster oder ggf. an der Kasse.

 

Mietauto
Wir haben das Mietauto schon in Deutschland gebucht und auch bezahlt. Kann man entweder im Internet suchen (gibt ne Menge Anbieter) oder wie wir über den ADAC. Wir haben für ein Mittelklassewagen weniger bezahlt als beim günstigsten Angebot im Internet für eine Kompaktklasse, noch dazu mit einem nicht unwesentlich besserem Versicherungspaket, wo alles ohne Selbstbeteiligung war und auch Glas-, Reifen- und Unterbodenschäden mit abgedeckt war (was das mit diesen 3 speziellen Versicherungen soll ist mir zwar schleierhaft aber bei allen Anbietern üblich). Kann also den ADAC nur empfehlen.
Mietwagen (PKW) sind eigentlich immer Benziner und kommen mit dem billigsten Sprit (87 Oktan) klar und auch immer Automatikfahrzeuge. Wir haben auch keine Wagenpapiere bekommen, hat uns etwas stutzig gemacht (weil ich aber auch nicht danach gefragt hatte und uns das erst n paar Tage später aufgefallen war) scheint aber üblich zu sein, was wir so bei Gesprächen mit anderen Leuten heraus bekommen haben.

 

Tanken
Oft gibt es nur Benzin und die Preise sind manchmal auch so ausgezeichnet (an den Hinweisschildern), dass Bar bezahlt wird. Mit Karte kostet es dann oft ein paar Cent/Gallone mehr.
Auch ungewöhnlich: Beim Tanken mit Kreditkarte an den automatischen Säulen wird kein Pin oder Unterschrift oder sonstwas verlangt - Karte rein, die wird gecheckt ob gültig/gesperrt/etc. und dann gehts los. Alternative hierzu ist nur reingehen in die Tanke, im Voraus bezahlen und dann entsprechend tanken. Klappt auch, ist halt nur umständlicher.

 

Motels
In den USA gibt es an (fast) allen Ecken Motels und dann auch meist mehrere direkt nebeneinander. Somit brauch man nicht zwingend im Voraus zu reservieren, denn die Kapazitäten sind oft mehr als ausreichend. Die große Ausnahme sind die Wochenenden (Freitag zu Samstag und Samstag zu Sonntag) an den Hotspots. Hier empfiehlt sich entweder was zu reservieren oder unter der Woche hier zu sein.
Niagara Fälle und Atlantik City waren bei uns die am schlechtesten gelegten Zeiten, immer auf Samstag ^^, einmal hatten wir Glück, einmal (mehr oder weniger) Pech - that´s life. Freitags in der Pampa hatten wir das Problem nicht.
Eine sehr gute Hilfe ist Roomsaver. Eine Zeitschrift oder besser ein Couponheft mit unmengen an Motels. Vorteil 1: Rabatte Vorteil 2: Adressen! Man schaut wo man ungefähr am Abend landen könnte und sucht sich in der Region ein Motel raus, füttert sein Navi mit der Anschrift und hat zu 99% ne Bleibe für die Nacht. Den gibt es auch im Internet (www.roomsaver.com), nur hat man ja selten einen Drucker dabei im Urlaub. Aber für die erste Nacht nach der Landung kann man sich ja zu Hause schon mal n paar ausdrucken und mitnehmen, wenn man weiß in welche Richtung es einen verschlagen wird.

 

Preise und deren Auszeichnung
Oft (aber nicht immer) sind die ausgewiesenen Preise das, was wir hier unter Netto verstehen würden. Auf die ausgewiesen Preise werden so gut wir immer noch diverse Steuern (Taxes) aufgeschlagen. Das kann z.B. bei einer Motelübernachtung gut 10$/Nacht ausmachen zu dem Preis, den man gesagt bekommt. Der Ami sagt dir immer Netto an. Die Steuern sind dann je nach Bundesstaat auch unterschiedlich hoch und unter Umständen kommen auch noch regionale Zuschläge (z.B. an den Niagara Fällen beim Motel war es so) noch oben drauf.
Es kann aber auch sein, dass die Preise incl. der Taxes ausgeweisen werden - wann und warum hat sich mir nie erschlossen.
Meistens war es so, wenn Waren als Sonderangebote rausgehauen wurden (Macy´s etc.), aber wir haben auch bei Subway was gegessen und genau das bezahlt was ausgewiesen war und ein paar Tage später wieder bei Subway in einer anderen Stadt den angezeigten Preis+Tax. Also ein wenig Spannung beim bezahlen bleibt immer dabei. ^^


Reisebericht - 13 1/2 Tage Rundreise im (Nord-)Osten der USA und 5 1/2 Tage New York City

Tag 1

 

Waren ja schon einen Tag vor dem Abflug in Frankfurt angekommen und hatten hier im Mercure Wings übernachtet - Grund war der obligatorischen Montagsstau rund um Frankfurt und der Wille den Urlaub nicht mit Stress zu beginnen.

Hinflug war auch unspektakulär, allerdings mein erster Flug mit Delta Airlines und war angenehm überrascht (trotz des günstigen Flugpreises) - jeder einen eigenen Bildschirm im Vordersitz mit ~20 aktuellen Kinofilmen (2-3 waren sogar in deutsch), diverse Serien aus dem amerikanischen TV und einige kleine Spiele wie Poker und Schach.

Nach der Ankunft auch wirklich sehr schnell die Taschen bekommen, da hab ich speziell in München als wir aus Thailand wieder kamen schon ganz andere Zeiträume erlebt, und auch die Aktion mit dem Mietwagen, den ich schon in Deutschland über den ADAC gebucht hatte ging reibungslos.
Also auf gen Norden in Richtung Boston - erster Stop für morgen: Mystic Seaport
.
Motel hatten wir ja auch noch nicht, aber ohne viel Probleme eins in der Nähe von New Heaven bekommen.

 

Tag 2

Nach einem mittelprächtigen Frühstück bei Dunking Donuts (BTW das einzige Mal, wo wir dort gefrühstückt haben, ist nicht so der Hit finde ich), kurze Fahrt nach Mystic Seaport und dort gemütlich bis Mittag den alten Hafen mit den typischen alten Gebäuden aus dem 17. und 18. Jhd. angeschaut.

Danach grob in Richtung Boston weiter und an der Grenze zwischen Rhode Island und Massachusetts in einer Touristeninfo auf denRoomsaver gestoßen (worden). Eine feine kleine, kostenlose Zeitschrift, wo nach Bundesstaaten und Regionen geordnet diverse Motels mit Gutscheinen und Vergünstigungen um sich werfen. Dieser Roomsaver wurde zum festen Bestandteil der (mehr oder weniger) täglichen Planung auf der Weiterfahrt, wohin es nun genau geht und wo wir Abends dann einchecken. Hat auch immer geklappt - manchmal zwar nicht zu dem absolut besten Preis laut Gutschein, aber max. 5$ drüber, weil halt manchmal nur noch n Nichtraucherzimmer mit 2 Betten frei war, doch das war auch zu verkraften. Grenzwertig wird´s eigentlich nur an den Wochenenden an den Hotspots, aber dazu später noch mehr.

Heute hat´s uns dann nach Foxboro geführt, der Heimstätte der New England Patriots, wie sich später herausstellte. Das angepeilte Motel war auch schnell gefunden, nur war´s auf der anderen Straßenseite, was mich dazu veranlasste ein Anderes als erstes anzusteuern, war aber ne übel Absteige und so sind wir doch dann in das Americas Best Value Inn schräg gegenüber. Eingecheckt, ausgepackt und erst mal die Lage gepeilt. Kurz zum Stadion rüber - ganz schönes Teil - und dann den nächsten Tag in Boston geplant. Im Motel lagen div. Flyer für HopOn-HopOff-Bustouren rum und wir haben uns die beste Variante incl. Parken in der Tiefgarage der Mall in Cambridge rausgesucht.

 

Tag 3 und 4

Frühstück gab´s im Motel incl., im Nachhinein muss man sagen, es war das schlechteste von allen, aber wussten wir ja zum Glück noch nicht. :D


Mit dem Auto rein nach Cambridge und rauf auf den Bus. Wenn man nur 1 oder 2 Tage in einer größeren Stadt verbringen will, dann sind die Touren echt zu empfehlen, zwar nicht ganz billig, aber ihr Geld wert. Wir kannten das ja schon von anderen Städten, der Vorteil hier war halt, dass man am Folgetag mit dem selben Ticket 4free noch mal mitfahren konnte. Feine Sache, und 16$-Einsparung beim Parkhaus für den ganzen Tag sind auch nicht zu verachten.


Boston war ja nun für mich die erste amerik. Großstadt, und war schon interessant die Wolkenkratzer mal live zu erleben. Nur das Wetter war nicht so der Hit: Mittwoch warm aber regnerisch, Donnerstag auch noch kälter dazu. Egal – schön war es trotzdem und die Bustour machte sich doppelt bezahlt. Am ersten Tag mied der Busfahrer auch gleich mal die Region um den Boston Garden , weil die RedSox Heimspiel hatten und dort die Hölle los war. Am Nachmittag sind wir dann noch mal raus auf den Harvard-Campus und dort noch ne Runde gedreht, z.T. in einer Gruppe mit einem sehr unterhaltsamen  Student als Führer. Sollte man mal gesehen haben, wenn man eh in Boston ist. In dem Tourpaket war auch noch ne Rundfahrt im Hafengelände mit dabei und die haben wir dann am Tag darauf gemacht. Die Skyline Bostons war wolkenverhangen, aber hat diese auch irgendwie interessanter gemacht, als immer nur blauer Himmel und Sonne als Hintergrund. Wolkenkratzer, die ihrem Namen alle Ehre machten sind auch ein schönes Motiv für ein Foto vom Wasser aus. Die Fahrt ging auch an der USS Constitution vorbei, da konnte ich nur alleine drauf, denn das ist Navi Gelände und nur mit einem Ausweis, Führerschein oder Pass darf man da rein – hatten nur meinen Führerschein dabei und somit hat Anni kurz im Besucherzentrum warten müssen (das Dumme war, das wir doch ihren Pass im Rucksack mithatten, aber nicht daran gedacht haben). Ist schon nicht schlecht aufgezogen, das Oberdeck und auch die Unterdecks alles wie zu den damaligen Zeiten aufgebaut und eingerichtet.


Gibt halt viel zu sehen in Boston, was hier nur kurz angesprochen werden soll – ein altes deutsches Restaurant Jacob With in der Jacob St., eine schottisch anmutende Burg (Boston Plaza), Qunicy Market – DIE (Indoor-)Fressmeile in Boston, Bostons kleinster Block, die Minausgabe vom New Yorker Flatiron, die Charles Street mit Bostons ältester Post und und und.

Ach ja, wer will kann auch mit den BostonDuckTours ne Runde drehen. Das sind Amphibienfahrzeuge, die erst ihre Runde durch die Straßen drehen und dann nahtlos die Hafenrundfahrt mit ran hängen. Witzig, aber vom Umfang her nicht mit der Tour, die wir gemacht haben zu vergleichen und das zum fast selben Preis.


 

Tag 5

Roadtrip gen Westen ist heut angesagt. Frühstück, tanken, fahren, 2. Frühstück, fahren, tanken, fahren,…


Das ging dann so bis abends um 9 Uhr als wir in Geneva am Seheca Lake (einer der Finger Lakes im BS New York) aufgeschlagen sind. Die Tour (~450 Meilen ) wäre sicherlich auch schneller machbar gewesen, aber wir wollten nicht nur Interstate fahren, sondern auch was sehen. Also ging es mehr über Nebenstrecken wie den Mohawk Trail und kurz in Berlin,NY waren wir auch. Die Sonne haben wir an diesem Tag auch endlich wieder mal zu Gesicht bekommen – fast zeitgleich, als wir die Grenze zwischen Massachusetts und New York überquert haben. Davor waren wir zwischenzeitlich direkt in den Wolken unterwegs. Ein Hinweisschild auf einem der Höhenzüge die wir überquerten, das eine Fernsicht von 65 Meilen versprach, war von der Straße aus nur noch gerade so zu erkennen, an diesem Tag waren es wohl eher 65 Yard als Meilen. Williamstown,Ma soll auch noch kurz erwähnt werden, denn da waren wirklich ne Menge schöner alter Gebäude zu sehen incl. der einer Kirche, welche aus Naturstein errichtet wurde. So was hab ich vorher noch nirgendwo gesehen.


 

Tag 6

Nach einem leckerem Frühstück mit frischen Waffeln geht es noch die 120 Meilen nach Niagara Falls weiter und ab Mittag wurde dann die amerikanische Seite der Fälle in Angriff genommen. Die obligatorische Fahrt mit der „Maid of the Mist“ darf dabei natürlich nicht fehlen. Spottbillig die Fahrt – 13.50$/Pers., wäre aber auch mehr wert, denn ist schon imposant, wenn man mit dem Kahn an den amer. Fällen vorbei direkt vor die kanad. Fälle fährt. Gab auch n Regencape, was auf dem Boot noch gar nicht so wichtig war, aber danach sind wir neben die amer. Fälle hochgelaufen und da waren wir erstmal voll in der Gischt und dann alles, was noch rausgeschaut hat, komplett durchweicht – Hose, Schuhe etc.


Diese Seite ist mehr so auf Natur ausgelegt:  die Aussichtsplattformen, die Parkanlage, die „Three Sister Islands“. Der ganze Ort macht eher so den Eindruck einer verschlafenen Provinzstadt, wenn man mal von zwei alten Hochhäusern und einem Casino incl. Hotel in der Innenstadt absieht. Der Zimmerzuschlag im Motel von 50$, weil heute Samstag ist (das sind 85% mehr als für die Nacht von Sonntag auf Montag!) wird hier verschwiegen.


Am Ende des Tages machen wir noch ne kurze Sondierungsrunde durch die Outlet-Mall, hier werden wir morgen mal die Kreditkarte ordentlich belasten.


 

Tag 7

Sonntagmorgen, was machen wir heute – ach ja – Niagara Fälle waren wir lange nicht mehr.


Aber als erstes geht’s mal zum Old Fort Niagara. Das liegt nur ein paar Meilen nördlich am Lake Ontario. Eine alte Festung, die schon so ziemlich jedem gehört hat, der auf diesem Kontinent mal was zu sagen hatte (bis auf den Indianern). Gegründet von den Franzosen (BTW: hier steht mit diesem Haupthaus des Forts das älteste Gebäude an den Großen Seen), dann erobert und ausgebaut von den Briten, dann hatten es die Amerikaner beim Unabhängigkeitskrieg erobert, wieder an die Briten verloren und dann wieder zurück erobert. Das witzige ist, dass Angestellte in alten Klamotten – heute einer in französischer einer in englischer Uniform – dort arbeiten und Waffen und deren Gebrauch erklären und die Geschichte des Forts erzählen. Alles in allem auch einen Kurzbesuch wert. Kurioses am Rande: im umliegenden Park sind MASSEN an Fussballplätzen (wir reden hier nicht von 7 oder 8, es waren irgendwas um die 20!) zu finden. Kein Ahnung wofür, aber wird schon irgendeinen Sinn haben (denkt man).

So Mittagszeit=Shoppingzeit. Das lief dann darauf hinaus, das am Ende der 2-3 Stunden-Einkaufsrunde wir uns noch einen Trolley fürs Handgepäck gekauft haben, denn in die Rucksäcke hätte nicht mehr alles rein gepasst.

Ab 15 Uhr hatten wir dann aber genug von den USA und sind zu Fuß rüber nach Canada. Hier ist das Erscheinungsbild das krasse Gegenteil zu der US-Seite: Hochhäuser, Aussichtsturm, iMax, Planet Hollywood, „Mini“golfanlage im Dino-Designe, Riesenrad, Geisterbahn, … ich könnte noch so weiter machen – es geht hier zu wie auf dem Jahrmarkt.


Der erste Weg führt aber erst mal zum Whirlpool flussabwärts und zu einer Fahrt mit dem Aero Car, einer antiken Seilbahn direkt über den Fluss im Bereich des Whirlpools des Niagara River. Auch hier: humane Preise (14Can$/Pers.), ich bin überrascht, dass die Touris hier nicht abgezockt werden, wie das bei uns so der Fall ist. Zurück auf dem "Rummel" was gegessen und am Freitag & Sonntag gibt es ab 22.00 Uhr Feuerwerk über den Niagara Fällen. Das geben wir uns natürlich von dem Aussichtsturm aus, wo man beste Sicht auf die beleuchteten Fälle hat und auf das Feuerwerk. Unten direkt neben dem Tower kann man sich noch im iMax einen Film über den Mythos der Fälle und auch über die diversen Aktionen (Drahtseilakt, Bekloppte, die sich freiwillig runter stürzen lassen) über und in den Fällen über die letzten Jahrhunderte anschauen. Spät am Abend dann zurück über die Brücke auf das Hoheitsgebiet der USA, jedoch nicht ohne vorher erst mal noch 50Cent/Person an „Maut“ zu zahlen. Das Witzige dabei: Aus den USA raus kostet es nix, auf beiden Seiten, aber wieder rein, wollen die Kanadier (?) Geld. Das „normale“ Prozedere, wenn man in die USA einreist gibt es natürlich auch hier, da machen die keinen Unterschied zu anderen Grenzstationen.


Nach zwei Tagen hier kann man sagen – die Niagara Fälle sollte man bei entsprechend viel Zeit wirklich von beiden Ländern aus besuchen. Sind Welten dazwischen und nicht nur n Fluss.


 

Tag 8

Roadtrip, again. Aber diesmal am Südufer des Erie-Sees entlang. Buffalo wird links liegen gelassen, genau wie später am Tag Cleveland (auch wenn das eigentlich rechts war, aber egal).


Zwischen durch wurde kurz vor Pennsylvania an der Route 5 der Wagen gewechselt gegen ein „etwas“ größeres Modell aber das (End-)Ziel war ja heute Berlin (diesmal das „Richtige“ in Ohio), wo die Amish immer noch ihr Unwesen treiben. Allerdings war es enttäuschend dort – mehr oder weniger ein „Freilichtmuseum", denn irgendwie wirkt alles aufgesetzt und brutal dem Kommerz verfallen. Wenn´s auf dem Weg liegt, kann man mal kurz anhalten, wenn nicht, dann verpasst man auch nix, wenn man es nicht gesehen hat. Aber wenigstens ist das Benzin hier spottbillig (für deutsche Verhältnisse, die Ami´s sehen das anders)!


Noch n paar Meilen weiter und dann in Cambridge (Interstate77/70) ins Motel. Heute waren es etwas weniger Meilen als am Freitag, aber knapp 350 waren es auch wieder geworden. Und morgen wieder in etwa so viel.


 

Tag 9

Auch heute ist das Ziel Meter (bzw. Yards) machen. Wir wollen ja bis Harrisburg und das sind wieder etwa 375 Meilen. Aber einen kleinen Zwischenstop machen wir heut in Fallingwater in Mill Run, einem abgelegenen Sommersitz einer alten Handelsfamilie direkt über einem Wasserfall gebaut. „Right in the middle of nowhere“, kaum zu finden ohne Navi, aber ordentlicher Eintrittspreis und auch geführte Touren nur mit Wartezeit >60 Minuten oder auf Vorbestellung und der Parkplatz voll! Also auf eigene Faust erkundet, ne Stunde warten wollen wir nun doch nicht. Am Empfang bekommen wir ne Karte mit dem Hinweis wo was ist, wo wir lang sollen und wohin wir auf keinen Fall gehen sollen ( Paradise Overlook), weil dort „Rattlesnakes“ wären, die würden beißen. Ich sag „Dann beiß ich halt zurück“, darauf die Dame „Die sind aber giftig“, mhh, ok, dann eben nicht dahin ^^. Das Haus liegt wirklich toll schräg über dem Wasserfall und man kann auch ohne Führung das komplette Areal erkunden, nur rein darf man halt nur mit Führung, aber ob das nun unbedingt sein muss…naja, die Wahl hatten wir ja quasi nicht wirklich. Nachdem die erste Hälfte des Geländes erkundet wurde, kommen wir zu dem Weg zum „Paradise Overlook“ – Wieso sollen diesen Overlook nur die blöden Schlangen haben? Nö, nicht mit mir. Also hin und siehe da, eine sonnt sich gerade. Bin zwar kein Schlangenexperte, aber wie ne Klapperschlange sah die mir nicht aus, aber ob giftig oder nicht hab ich mal nicht näher untersucht. Haben ja noch den halben Urlaub vor uns.


Und Tschüss Fallingwater, Abfahrt.


Nach der (wieder mal problemlosen) Motelsuche ging es noch mal am späten Nachmittag nach Harrisburg und wir haben auch Glück, heute ist irgendeine Sitzung im Capitol und daher das Gebäude noch auf. Sehr dezente Bausparbude, innen wie außen. Und nachdem wir uns alles angeschaut haben bekommen wir im Park daneben noch einen schönen Sonnenuntergang geboten.


Als Abschluss des Tages geht’s noch mal auf die Walnut Street Bridge, einer historischen Stahl-Brücke über den Susquehanna River. Der Boden besteht auf 2/3 aus einem Stahlgitterrost und man kann durch schauen. Ist schon n komisches Gefühl, wenn man über einen Fluss läuft und durch den Boden schauen kann.


 

Tag 10

Amerikanische Maschinen und amerikanische Geschichte, das steht heute auf dem Programm.


In York ist eines der beiden Werke von Harley Davidson und man kann hier eine Werkstour machen. Dauert ne Stunde und haben wir uns geschenkt (auch wenns 4free ist), weil heute noch volles Programm in Gettysburg. Aber in der Ausstellung waren wir mal kurz und es stehen wirklich sehr schöne Maschinen da rum. (Preisliches) Highlight war ein Trike mit allen Schnickschnack für 32.000$.


In Gettysburg dann mit Gettysburg Battlefield Bustours (Dramatized in Living Stereo :D ) über die Schlachtfelder. Da hat man sozusagen nen Crashkurs in der Geschichte des Unabhängigkeitskriege bekommen. Als Bundle für 15$ mehr gab es hier die Bustour mit 3 von 5 Museen zusammen, wobei die „Museen“ diesen Namen nicht verdienen und den normalen Preis von jeweils 7.50$ nicht unbedingt wert sind. Aber egal, macht man halt mal mit und am Ende dann noch alleine gemütlich auf den Pfaden der Bustour mit dem Auto und noch n paar nette Fotos von den Denkmälern schießen. Interessant waren auch die Erklärungen zu diesen Denkmälern. Damals wurden die Soldaten zusammen aus den jeweiligen Orten oder Stadtteilen rekrutiert und so kam es halt, dass Verwandte und Freunde zusammen an der Front in einem Zug/Kompanie kämpften. Die überlebenden der Nordstaaten haben dann nach dem Krieg Geld in ihrer Gemeinde gesammelt und an genau der Stelle, wo die Leute aus der Gemeinde an der Front lagen und zum Teil gestorben sind, diese Denkmäler gesetzt. Somit sind die Linien der 3 Tage anhand dieser Bauten ersichtlich. Für die Südstaaten wurden dann  ein paar Jahre später vom Staat einige wenige (meist pro Bundesstaat eines) aufgestellt.


Die Altstadt von Gettysburg ist mit ihrem historischen Bahnhof und den Gebäuden auch sehenswert und nach einer erneuten Abendfahrt (sind erst um 20.00 Uhr hier los gekommen )erreichen wir wieder mal ziemlich spät nördlich von Washington das Motel. Das Navi hatte irgendwie ne Meise und wollte uns sonst wohin schicken, aber nicht mit mir!


 

Tag 11 und 12

Sooo, die Hauptstadt der USA. Kennt man ja aus dem TV, aber heute und morgen dann alles mal live zu sehen ist schon was anderes. Wieder zwei Tage eine Großstadt, wieder einmal HopOn-HopOff. Das Auto stellen wir außerhalb in nem P&R-Parkhaus ab und fahren mit der U-Bahn in die Stadt rein. Nur das System der U-Bahn ist hier ziemlich verwirrend: riiiieeesen Karte und Tabellen mit Stationen, also raussuchen wo man hin will, dann geht’s aber weiter: es gibt noch 4 Tarife – je nach der Tageszeit und noch mit Zuschlägen für die Rush Hour innerhalb der Tarife usw. dann muss man den ermittelten Betrag selber eingeben an dem Automat und das Ticket bezahlen (das Ziel raussuchen und gut wäre ja zu einfach, wenn der Automat dann sagt 2.20$!). Jetzt hat man n Ticket, zieht das durch das Drehkreuz am Eingang zur U-Bahn und fährt halt wohin man will, dort muss man dieses Ticket wieder durch das Drehkreuz am Ausgang ziehen und hoffen, dass der Betrag auch richtig war (war er, aber nur, weil ich eine Mitarbeiterin gefragt hatte!). Keine Ahnung was passiert, wenn´s nicht stimmt. Bei der Menge an Cops und Sicherheitspersonal, was in DC rumläuft und steht, kann es sein, man wird erst mal in Beugehaft genommen, man könnte ja ein Ticket-Terrorist sein.


Aber wie gesagt, ging ja gut und wir schuffeln mit dem Bus durch Washington. Erster Stop die National Cathedral, dort hoch auf die Aussichtsplattform und danach zurück über Georgetown in die Innenstadt. In Georgetoqn steht eine kuriose Tankstelle, die in den Anfängen der Auotmobile genau so auch direkt als Tankstelle gebaut wurde.


Das Weise Haus (man beachte die Wachen auf dem Dach), Washington Monument, Old Post Office (Zugangskontrolle wie am Flughafen), Jefferson Memorial, Lincoln Memorial, Korea-, Vietnam- und WWII- Veterans Memorials und am Schluss noch mal zum Ford Theater, wo Abraham Lincoln ermordet worden ist. Da man auch hier Karten braucht (die allerdings umsonst zu haben sind) steht das dann morgen Vormittag als erstes auf dem Programm. Auf dem Heimweg zum Motel bekommen wir wieder mal live eine Police-Control-Show geboten: den Cops hier ist es so was von egal, wo die jemanden anhalten, da wird das auch gern mal mitten auf der Straße in der Linksabbiegerspur durchgezogen. Ob rundherum frei oder Stau (hier nicht, aber auf einer 4-spurigen US-Straße direkt im Ampelbereich erlebt, als ein anderer Cop eine junge Frau grad kontrolliert hat), dem Cop doch egal. Wenn jemand hier links in das Einkaufszentrum abbiegen will, soll er sich n Kopf machen.


Wie schon gesagt, am nächsten Morgen dann als erstes ins Ford Theater (kurze Erläuterung der Ereignisse durch einen Mitarbeiter direkt im Theater und im Keller ist noch ein Museum eingerichtet) und danach geht dann das Sightseeing weiter. Mit dem Bus zur Union Station, die Innen im Bereich zu den Zügen mehr einem Flughafen ähnelt als einem Bahnhof. Ansonsten sehr schöne Architektur, etliche Shops mit diversen Angeboten und im Keller wieder mal ne Fressmeile mit so ziemlich jeder Geschmacksrichtung die einem einfällt – italienisch, mexikanisch, diverse asiatische Richtungen incl. Sushi und sogar deutsch (zumindest was die hier unter deutsch verstehen: Bratwurst mit Sauerkraut!). Wir entscheiden uns für (irgend eine Art von) chinesisch und gut gestärkt brechen wir auf in Richtung Capitol und Kongress Bibliothek. Problem beim Capitol – keine Rucksäcke, geschweige denn Flüssigkeiten wie unser 2-Komponenten-Sprengstoff versteckt in Cola-Flaschen! Somit können wir nur einzeln und nacheinander in den Hauptbereich rein. Die Besichtigungstour fällt somit aus. In der Bibliothek wird nicht so ein Aufriss gemacht, da wird nur der Rucksack kontrolliert und gut (auch rauswärts, damit ich nicht die Gutenberg Bibel mitgehen lass ^^). In der ganzen Stadt werden auch schon Vorbereitungen für den 4. Juli in 3 Tagen getroffen, da wird hier sicher auch gut was abgehen- diverse Absperrungen und Festzelte sind schon aufgebaut. Zum Abkühlen geht’s danach erst mal in das National Air und Space Museum. Das ist wie alle Smithsonian Museen kostenlos. Man kann hier schon 3-4 Tage damit verbringen, nur um alle diese Museen zu besuchen. Viele interessante Exponate (darunter Mondgestein, div. Fluggeräte aller Epochen,etc.) und gut besucht. Letzter Stop in Washington ist nochmal Old Post Office. Passenderweise schreiben wir hier unsere Postkarten nach Hause nachdem wir uns vom Aussichtsturm noch mal die Stadt von oben angeschaut haben.


Wer keine Lust zum Laufen hat und eine Stadtrundfahrt mal ganz unkonventionell machen will, der kann sich mal nach den Touren mit diesen Segway-Elektrorollern umschauen. Sieht schon witzig aus, wenn eine ganze Touri-Horde mit den Dingern durch die Gegend gurkt.

Tag 13

 

Direkt nach dem Tanken und dem Auffüllen der Trinkvorräte, sind gestern Abend noch bis Aberdeen gefahren, ging´s weiter nach Atlantic City, aber dort war die explosionsartige Inflation ausgebrochen: Motel No1 142$+Tax (welches laut Coupon  sonst 25$+Tax kostet!), Motel No2 185$+Tax (sonst 65$), Motel No3 nur noch eine kleine Suite für 251$+Tax. Ab hier war dann der Übernachtungsplan in Atlantic City gestorben. Also ab mit dem Auto zur Strandpromenade und dort ein wenig herum flaniert, auch mal im Hard Rock Cafe reingeschaut und im Casino von Donald Trump, dem Taj Mahal, und nach reichlich 2 Stunden hatten wir auch genug gesehen und sind wieder weg. AC ist wie Ballermann mit weniger Bettenburgen aber mehr Casinos und fetten Menschen am dreckigen Strand. Das hier ist wirklich nur was zum Zocken und eventuell ne Show und was trinken gehen. Somit kam Plan B zum tragen – Motel in der Nähe von Philadelphia und dort Abends noch mal die Stadt anschauen. Der Kurztrip in die Stadt hatte dann die Freiheitsglocke, die Freiheitshalle und die City Hall<font size="